Facetten der Repression prozessbeobachterIn - 18.04.2010 03:39
- Bericht vom 2. Verhandlungstag nach Ostern im D�sseldorfer 129b-Prozess Im November 2008 wurden Nurhan Erdem, Cengiz Oban und Ahmet Istanbullu festgenommen. Ihnen werden Verst��e gegen � 34 AWG (Au�enwirtschaftsgesetz) im Zusammenhang mit einer Mitgliedschaft in der DHKP-C vorgeworfen. Die Listung der DHKP-C auf der �Terrorliste� spielt im Anklagekonstrukt eine zentrale Rolle. �...Obwohl es ein ,Anti-Terror-Verfahren' ist, geht es hierbei nicht um die Gef�hrdung Deutschlands. Es geht um die Verteidigung Ankaras in D�sseldorf, einem Folter- und M�rderregime und dessen Freiheiten. Die gleiche Freiheit oder die ,westlichen Werte' werden auch genauso am Hindukusch verteidigt. So benennen sie ihren Krieg...� (Cengiz Oban, JVA D�sseldorf).  Cengiz Oban Am zweiten Verhandlungstag nach den Osterferien, 14.4.2010 im Prozess gegen Cengiz Oban, Nurhan Erdem und Ahmet Istanbullu entschuldigte sich der Belastungszeuge vom BKA gleich zu Beginn der Verhandlung beim Vorsitzenden Richter des 6. Strafsenates Ottmar Breidling: "Ich habe die Vermerke nicht mehr auswendig gelernt." Der BKA Belastungszeuge Eret bereitet sich nach seiner eigenen Aussage auf den Prozess vor, indem er die Observationsprotokolle und Vermerke zu Cengiz Oban auswendig lernt. So existieren "Observationsvermerke" zu Cengiz Oban �ber seine Soliaktivit�ten f�r den ehemaligen Stammheimer Gefangenen Mustafa Atalay - hier wird die Kriminalisierung der Soliarbeit offensichtlich. Beispielsweise ist "vermerkt", wann Cengiz eine Besuchserlaubnis f�r Mustafa Atalay beantragte. "Besucher von Mustafa Atalay gelten als DHKP-C Sympathisanten", erkl�rte der BKA-Zeuge Eret. Die so genannten Vermerke enthielten auch s�mtliche Kontakte von Cengiz Oban. Als Tatsache erkl�rte der Belastungszeuge, dass Nurhan Erdem auch Seliha hie� - eine unbewiesene Behauptung, die vom BKA als Fakt dargestellt wurde. Als Cengiz Obans Verteidigerin in dieser Sachlage des Verfahrens eine Nachfrage im Interesse ihres Mandanten hatte, wehrte Breidling in autorit�rer Manier ab. Ebenfalls autorit�r zeigte sich Staatsanwalt Homann, als er sich �ber die Kopfbedeckung eines 80j�hrigen Familienangeh�rigen der Gefangenen emp�rte. Homann n�tigte den alten Herrn, der �ber hunderte von Kilometern angereist war, um die Gefangenen zu sehen, die Kopfbedeckung abzunehmen. "Bei euch in Deutschland hat sich aber nach 1945 nicht viel getan", bemerkte ein Zuschauer, der aus dem Ausland angereist war. N�chste Termine: Oberlandesgericht D�sseldorf, Kapellweg 36, Zimmer Saal 1 Dienstag, den 20.April 9.15 - 17.00 Uhr Mittwoch, den 21.April 9.15 - 17.00 Uhr Donnerstag, den 22.April 9.15 - 17.00 Uhr Dienstag, den 27.April 9.15 - 17.00 Uhr Mittwoch, den 28.April 9.15 - 17.00 Uhr Donnerstag, den 29.April 9.15 - 17.00 Uhr Dienstag, den 4.Mai 9.15 - 17.00 Uhr Mittwoch, den 5.Mai 9.15 - 17.00 Uhr Das Prozessgeb�ude liegt etwa 4,4 Kilometer von dem Hauptgeb�ude entfernt. ab D�sseldorf Hauptbahnhof mit den S-Bahnen S 8 Richtung M�nchengladbach Hbf/Europaplatz, S 11 Richtung Bergisch-Gladbach, S 28 Richtung Kaarster See bis Haltestelle "V�lklinger Stra�e" mit der Stra�enbahn-Linie 708 Richtung D�sseldorf-Hamm bis zur Haltestelle "Hemmersbachweg", sodann jeweils �ber die Plockstra�e zum Kapellweg 36. |