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Gorleben internationales Endlager? Francis Althoff, Pressesprecher der BI - 26.03.2007 04:38
Wenn Gorleben in Betrieb gehen w�rde, w�re es wegen bereits abgeschlossener Substitutionsvertr�gen ein internationales Endlager. Es ist vereinbart, dass aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield in England mehr hochradioaktive M�llmengen in das Gorlebener Zwischenlager verfrachtet werden sollen, als Deutschland urspr�nglich an abgebrannten Brennelementen geliefert hat. Pressemitteilung 25.03.07 BI-Delegation bei Hearing und EURATOM-Protest in Br�ssel Eine 6-k�pfige Delegation der B�rgerinitiative Umweltschutz L�chow Dannenberg (BI) nahm anl�sslich des 50j�hrigen Bestehens des EURATOM-Vertrags vom 22. bis 23. M�rz an einem Hearing im EU- Parlament und Protesten am "Atomium" teil. Der EURATOM-Vertrag verpflichtet selbst EU-L�nder ohne Atomkraftwerke Gelder f�r die F�rderung der Atomkraftnutzung bereitzustellen und war sogar im Gespr�ch, in die EU- Verfassung installiert zu werden. Auf Einladung des parteilosen MdEP Tobias Pfl�ger hielt u.a. BI-Sprecher Francis Althoff in diesem Zusammenhang bei einem Hearing im Europa- Parlament einen Vortrag �ber "Multinationale Endlagerpl�ne der EU". Althoff stellte dabei heraus, dass es multinationale Endlager in der EU l�ngst gibt. Wenn Gorleben in Betrieb gehen w�rde, w�re es wegen bereits abgeschlossener Substitutionsvertr�gen ein internationales Endlager. "Der Begriff Substitution steht in diesem Fall schlicht f�r einen multinationalen Atomm�lldeal", erl�utert der BI-Sprecher. "So ist vereinbart, dass aus der Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) Sellafield in England mehr hochradioaktive M�llmengen in das Gorlebener Zwischenlager verfrachtet werden sollen, als Deutschland urspr�nglich an abgebrannten Brennelementen geliefert hat. "Der "Deal" besteht darin, dass im Gegenzug der durch die WAA-Prozesse angefallene schwach- und mittelradioaktive M�ll im Endlager Drigg, nahe Sellafield, unter katastrophalen Bedingungen oberfl�chennah verbuddelt wird. Mit der Plutoniumfabrik La Hague in Frankreich sind �hnliche Vertr�ge vorbereitet". Aus welchen L�ndern urspr�nglich der zus�tzliche hochradioaktive M�ll f�r Gorleben stammt, hofft der BI-Sprecher durch einen Brief herauszufinden, der mit einer erneuten Einladung an Bundesumweltminister Gabriel zu einer �ffentlichen Veranstaltung im Wendland gekoppelt ist. Im Br�sseler Vortrag machte Althoff auch auf andere Vorbereitungen f�r multinationale EU-Endlager aufmerksam. So erarbeitet ein von der EU eingesetztes Forschungsprojekt mit dem Titel SAPIERR (Support Action Pilot Initiative for European Regional Repositories) seit 2004 ein Szenario zur Durchsetzung eines multinationalen Atomm�ll-Endlagers. Das �berwiegend aus dem 6. EU-Rahmenprogramm f�r Forschung und Entwicklung finanzierte SAPIERR-Projekt errechnet den jetzigen und zuk�nftigen Atomm�llbestand und pr�ft rechtliche Rahmenbedingungen f�r einen gemeinsamen multinationalen Endlagerstandort. "Einer der favorisierten Endlagerstandorte ist schon jetzt Russland", berichtet der BI-Sprecher. "Bereits 2001 hat das russische Parlament ein Gesetz zur Erlaubnis des Imports von hochradioaktiven abgebrannten Brennst�ben erlassen. 2003 wurde beispielsweise der Uranminen- und Uranverarbeitungsstandort Krasnokamensk, 7000 km �stlich von Moskau als internationales Endlager f�r hochradioaktiven Atomm�ll vorgeschlagen". Neben Gorleben kommen laut Althoff aber auch andere EU-Standorte "wahllos" in Frage: "Anfang dieses Jahrzehnts befand die Europ�ische Union (EU), dass ihre Mitgliedstaaten mit ihren Abfallentsorgungs-Programmen z�giger vorw�rts schreiten sollten. Gleichzeitig wurde in den Raum gestellt, dass zun�chst f�r kleine L�nder eine Zusammenarbeit in diesem Bereich der einzige gangbare Weg sein kann. Dementsprechend formulierte sie ihren Vorschlag f�r eine EURATOM-Richtlinie des Rates �ber die Entsorgung abgebrannter Brennelemente und radioaktiver Abf�lle. In Artikel 4 des Entwurfs der Richtlinie hielt sie zun�chst f�r Mitgliedstaaten mit geringem Abfallaufkommen ausdr�cklich die M�glichkeit offen, radioaktive Abf�lle aus, "umweltpolitischen, sicherheitstechnischen oder wirtschaftlichen Gr�nden und unter Einhaltung der Richtlinie 92/3 EURATOM zu Im- oder Exportieren". Das Europ�ische Parlament hatte bereits fr�her eine Resolution zum selben Thema erlassen. Interessanterweise wird sp�ter aber der wahrscheinlichste Hintergrund, n�mlich der rein wirtschaftliche Aspekt, nicht mehr erw�hnt. Stattdessen ist eingef�gt, dass das Interesse zu einem nicht unbeachtlichen Teil der zunehmenden "Besorgnis �ber terroristische Bedrohungen" zuzuschreiben w�re". Zu den f�r multinationale Endlager notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen hielt der BI-Sprecher beim Br�sseler Hearing fest: "Der Import radioaktiver Stoffe ist in vielen EU-L�ndern, vor allen denen mit Atommeilern, erlaubt. Der Export radioaktiver Stoffe ist bis auf Ausnahme von Finnland in allen EU-Staaten rechtlich abgesegnet. Auch in der Frage der Transiterlaubnis von Atomm�ll durch L�nder, die von einem benachbarten multinationalen Endlager �ber Transporte durch ihr Territorium betroffen w�ren, gibt es keine rechtlichen Hindernisse". "Wenn regierende Politiker von einer "Nationalen Aufgabe" bei der Endlagerung von Atomm�ll sprechen, ist dies nach dem aktuellen Stand der Substitutionsvertr�ge und m�glichen Folgen des SAPIERR-Projekts mehr als fadenscheinig", res�miert der BI-Sprecher. "Es gibt keine sichere Endlagerung. Statt Millionen in erwiesenerma�en ungeeignete Standorte wie Gorleben in Deutschland oder Bure in Frankreich zu pumpen, ist der Ausstieg �berf�llig". Am Tag nach dem Hearing beteiligte sich die BI-Delegation mit einem Transparent "Stop EURATOM, No Nuclear Constitution" (keine nukleare Verfassung) an bunten Protesten am dazu passenden Br�sseler Wahrzeichen "Atomium". Anschlie�end �bergaben sie zusammen mit einer internationalen Protest-Delegation 630.000 Unterschriften f�r den EU-weiten Atomausstieg an den EU-Kommissar f�r Umwelt und Energie, Andris Piebalgs. Francis Althoff 05843-986789 See also http://germany.indymedia.org/2007/03/171772.shtml, Protest against EU's doubling atomic spending: The European Union will spend 2,751 million euros on nuclear activities in its research funding from this year until 2013 although at least two member countries, Germany and Sweden, have pledged to drop nuclear power production and another, Austria, has banned it. B�rgerinitiative Umweltschutz L�chow Dannenberg Drawehner Str. 3 29439 L�chow Tel: 05841-4684 Fax: 3197 Pressesprecher: Francis Althoff 05843 986789
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